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Destillerie Romano Levi

Willkommen bei Romano Levi

Hier erwarten Sie Informationen über die Geschichte des Familienunternehmens, die Herstellung von Grappa und Obstler bis hin zu einem Überblick auf die reichhaltige Etikettenvielfalt der Grappe der Destillerie Romano Levi.

Die Firma Grappanet stand seit Jahren in engem Kontakt mit Herrn Levi. Leider verstarb der bewundernswerte Künstler im Mai 2008 in Neive.

Lassen Sie sich in die Welt der Etiketten und hochprozentigen Levi-Grappa entführen!

Destillerie Romano Levi

Der bedeutendste Grappa überhaupt kam ohne Frage aus der Destillerie Romano Levi, auch wenn es nicht wirklich passend ist, das „Ein-Mann-Unternehmen“ im italienischen Piemont als Destillerie zu bezeichnen, schwingt dabei doch auch immer eine gewisse Firmengröße und Professionalität mit.

Ganz anders sah es bei Romano Levi aus. Das einzige Brenngerät, um das sich jedes Museum reißen würde, stand in einem Keller, dessen Decke von den Spinnweben der vergangenen Jahrzehnte bedeckt war. Der Trester wurde direkt nach der Weinlese im Herbst angeliefert und in einem kleinen Erdsilo bis zum Zeitpunkt des Brandes gelagert. Nach dem Brand wurde der Tresterrest getrocknet und als Brennmaterial für einen neuen Brennvorgang genutzt. Neben dem einzigen Kessel, dessen Feuer Levi immer nur alleine schüren durfte, fand sich eine Kerbe in der Steinmauer. Das kam von der Glutschaufel, die an genau dieser Stelle seit vielen Jahren abgestellt wurde!

Destillerie Romano LeviDie Brennerei Levi wurde 1925 von Romanos Vater Levi Serafino gegründet. Dieser verstarb jedoch schon im Jahr 1933 und hinterließ seine Frau und seine zwei Kinder Lidia und Romano. Romanos Mutter führte die Brennerei nach dem Tod des Vaters bis zu ihrem Tod im Jahr 1945 weiter. Nach dem Tod der Eltern übernahm der 17jährige Romano Levi die Brennerei und die Pflege seiner Schwester Lidia, die in dieser Zeit sehr krank war. Seit 1945 hat Romano Levi aber auch nichts an der Brennerei verändert. Er produziert Brände noch nach alter Manier, wie vor fast 100 Jahren und bezeichnet das als Qualität.

Nun ist das besondere am Grappa Romano Levi aber nicht der Grappa selbst, der noch heute auf traditionelle Weise mit viel Sorgfalt und Liebe hergestellt wird, sondern die Verpackung, genauer gesagt, das Etikett.

Flaschen-Etikett Romano LeviRomano Levi hat 1963 damit angefangen, seine Etiketten selbst zu schreiben und zu bemalen, und das auch noch auf dem Papier, das ihm gerade in die Finger fällt. Seine Schwester riss jedes einzelne Etikett von Hand aus und der Chef selbst bemalte es und klebte es auf. Romano Levis Etiketten lassen sich in drei Kategorien einteilen. Die erste, schlichteste Kategorie (ca. 95% der Flaschen) trägt die Aufschrift "Grappa prodotta e imbottigliata dalla distilleria Levi Serafino Neive-Alba gradi ... cl.70 Lic.utf TO". Der Künstler bemalte dieses Etikett mit ein oder mehreren Blümchen und auf der linken Seite setzte er das Jahr, in dem der Schnaps abgefüllt wurde. Die zweite Kategorie umfasst höchstens 4% der Flaschen. Abgesehen von der üblichen Beschriftung schrieb Herr Levi auf diese Etiketten kleine Gedichte. Die dritte und letzte Kategorie, ungefähr 1% aller Flaschen, ist die seltenste. Sie zeigt als Motiv die legendäre "Donna selvatica", die imaginäre Ehefrau Romano Levis, der bis zu seinem Tod Junggeselle war.

Arbeitsraum von Romano LeviEs ist sicherlich verständlich, dass die Ausstattung im Hause Levi, die Produktion großer Mengen an Brandwein nicht zuließ. Das war aber auch gar nicht nötig. Bis zu seinem Tod verfügt der Brennmeister nicht über einen professionell aufgebauten Vertrieb. Wer eine Flasche Grappa erwerben wollte, musste zu ihm ins Haus kommen und persönliche eine Flasche erstehen. Und zwar wirklich nur eine, denn nur selten gab es pro Person und Besuch mehr als eine Flasche.

Bei unseren Besuchen in den vergangenen Jahren konnten wir Herrn Romano Levi als einfach beeindruckenden besonderen Menschen erleben. Dafür sind wir dankbar. Durch den Tod von Herrn Levi verliert die Grappawelt eines seiner Urgesteine und Wegbereiter. Sollten Sie mal in die Gegend kommen, schauen Sie dennoch einfach mal bei seinem Haus vorbei. Seine beiden treuen Mitarbeiter lassen Sie vielleicht einen Blick auf die Werkstatt werfen und vielleicht können Sie auch eine Flasche von den noch verbleibenden Restbeständen erwerben.

Die Region

Destillerie Romano LeviDie Region Piemont (it. Piemonte) ist die westlichste Region Italiens. Sie ist an drei Seiten von mächtigen Gebirgsketten umgeben. Im Norden und Westen trennen die Alpen das Piemont von Frankreich und der Schweiz, im Süden trennt der Apennin es von der Region Ligurien. Lediglich im Osten wird das Piemont durch den Verlauf des Po von der Lombardei abgegrenzt.

Der Name Piemont geht zurück auf das italienische „al pie’ de monti“ (zu Füßen der Berge), was sich auch heute noch in der Landschaft wiederspiegelt. Die Ebenen mit ihren Hügellandschaften gehen nämlich meist abrupt ins hohe Gebirge über. „Il Piemonte“ ist eines der bedeutendsten Weinanbaugebiete Italiens. Es ist weltweit bekannt für die feinsten und traditionsreichsten Rotweine Italiens wie den vollmundigen Barolo aus der klassischen Nebbiolo-Traube, den lebhaften, feinherben und fruchtigen Barbera dí Alba und den jung zu trinkenden Dolcetto di Alba.

Destillerie Romano LeviIn Herzen der „Langhe“, unweit von Alba, befindet sich die kleine Gemeinde Neive, mit ihrem mittelalterlichen Stadtkern, der vom alten Burgturm überragt wird. Folgt man der Hauptsraße durch den Ortskern findet man am Ende des Ortes das kleine Haus von Romano Levi. Man muss es aber schon genau suchen, denn kein Schild markiert den Sitz der Brennerei. Auch wenn Sie hier nicht immer eine Flasche erhalten, weil kein Grappa mehr da ist oder weil noch kein Etikett fertig ist, ein warmer Empfang und eine Führung durch die Brennerei gibt es bestimmt.

Qualitätsmerkmale eines Grappa

Die Qualität eines Grappa hängt natürlich zunächst von der Qualität der Rohstoffe, also der genutzten Trauben bzw. des Tresters ab. Je frischer dabei das Ausgangsmaterial, desto besser bleiben die Fruchtaromen im fertigen Grappa erhalten. Gute Erzeuger legen daher Wert darauf, nur immer so viel Trester anliefern zu lassen, dass er möglichst rasch gebrannt werden kann. Aber auch der Destillationsprozess und natürlich die Art der Lagerung entscheiden über den Geschmack und die Qualität des Grappas.

Eine riesige Vielfalt der Grappas entstand im Laufe der Zeit und machte es notwendig, eine einheitliche Klassifizierung zu finden. Die ANAG (italienischer Verband der Grappa- und Spirituosen-Verkoster) hat eine solche Klassifizierung festgelegt:

Junger Grappa:
Er wird aus Rebsorten mit relativ neutralem Geschmack gewonnen.
Sein Bukett wird nicht durch die Lagerung in Holzfässern oder durch Zugabe von Kräuteressenzen verändert, sondern bleibt naturbelassen.

Junger aromatischer Grappa:
Er hat beinahe die gleichen Eigenschaften wie der oben beschriebene "Junge Grappa", mit dem Unterschied, dass er aus besonders aromatischen Trauben wie z.B. Goldmuskateller gewonnen wird.

Im Holzfass gelagerter Grappa:
Dies ist ein Grappa, der eine kurze Zeit (weniger als 6 Monate) in einem Holzfass gelagert wurde, so dass sein Geschmack vom Holz geprägt werden konnte.

Im Holzfass gelagerter, aromatischer Grappa:
Auch hier besteht der besondere Unterschied zu dem oben beschriebenen Grappa darin, dass er aus intensiv aromatischen Trauben gewonnen wird.

Alter Grappa:
Das Gesetz schreibt eine Mindestlagerungszeit von 6 Monaten im Holzfass und weiteren 6 Monaten luftdichter Lagerung vor, damit der Grappa Anspruch auf die Zusatzbezeichnungen "invecchiata", "stravecchia" oder "riserva" bekommt.

Alter, aromatischer Grappa:
Auch hier besteht wieder der gravierende Unterschied
darin, dass der Grappa aus besonders aromatischen Trauben gewonnen wird.

Aromatisierter Grappa:
Bei diesem Grappa wurde das Aroma durch den Zusatz von Kräutern oder anderen Pflanzenteilen maßgeblich verändert.